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    24. August 2026

    Am Ende des Tages müssen Geben und Nehmen zwischen Mann und Frau nicht ausgeglichen sein

    Am Ende des Tages müssen Geben und Nehmen zwischen Mann und Frau nicht ausgeglichen sein

    Wer das in der Tiefe begreift, hält den Schlüssel zum Paradies in der Hand.

    Ja genau, das behaupte ich - weil ich es selbst tagtäglich erlebe und bei so vielen Frauen und Männern im Laufe der vielen Jahre meiner Arbeit erlebt habe.

    Das auf dem Foto sind übrigens ich und mein Mann am Sonntagabend, wie wir unsere Massage-Routine genießen - und ja, wir haben beide eine Massage vom jeweils anderen bekommen. Also doch irgendwie ein Ausgleich? Richtig.

    ABER.

    Und jetzt lies bitte aufmerksam weiter, wenn du an einer lebendigen Partnerschaft interessiert bist, egal wie dein aktueller Beziehungsstatus auch lauten mag.

    Männer und Frauen sind so unterschiedlich wie Tag und Nacht. Und so wie auch Tag und Nacht ihre jeweils spezifischen Qualitäten haben, haben auch Männer und Frauen ihre ganz spezifischen Qualitäten.

    Damit ist nichts gemeint, was einer Wertung von „besser" oder „schlechter" unterliegt. Viel eher geht es darum, dass du ja niemals auf die Idee kommen würdest, dich über den Tag zu beschweren, weil du von ihm das erwartest, was eigentlich nur die Nacht kann und andersrum.

    Erkennen wir also an, dass Mann und Frau zwar wie zwei Seiten einer Medaille sind, sie jedoch unterschiedlicher nicht sein könnten, haben wir schon mal einen wichtigen Schritt in Richtung Paradies getan.

    Und wenn eine Frau nun sagt, dass sie sich einen Mann wünscht, der ihr auf Augenhöhe begegnet - und das höre ich Frauen ständig sagen - dann müssen wir uns noch viel mehr mit der Unterschiedlichkeit der beiden Geschlechter und ihren jeweiligen Qualitäten auseinandersetzen.

    Denn:

    Das Urprinzip des Männlichen ist das Geben. Das Urprinzip des Weiblichen ist das Empfangen.

    Und wenn sich nun eine Frau wünscht, von einem Mann mehr zu empfangen, dann liegt der Dreh- und Angelpunkt für mich tatsächlich bei der Frau selbst.

    Denn Beziehung ist Wechselwirkung und ich bin davon überzeugt, dass eine Frau über ihre Identität, ihre Haltung, ihre Standards und darüber, was sie bereit ist zu empfangen, maßgeblich die Beziehungsrealität mitbestimmt, die sie erlebt.

    Das bedeutet nicht, dass ein Mann keinen eigenen Willen hat oder eine Frau jeden beliebigen Mann dazu bringen kann, sich so zu verhalten, wie sie es gerne hätte.

    Es bedeutet etwas anderes.

    Wenn eine Frau sich grundlegend verändert, verändert sich auch die Dynamik, die sie mit einem Mann lebt. Er wird auf diese Veränderung reagieren und ihr anders begegnen - oder es wird zunehmend sichtbar, dass dieser Mann nicht mehr zu der Frau und der Beziehungsrealität passt, die sie heute lebt.

    Und ja, auch eine Trennung kann dann die folgerichtige Veränderung sein.

    Genau deshalb liegt für mich so viel Verantwortung bei der Frau selbst. Nicht dafür, einen Mann zu kontrollieren, sondern dafür, welche Beziehungsrealität sie nährt, mitträgt und überhaupt noch in ihrem Leben hält.

    Ich habe es in meiner eigenen Beziehung erlebt und im Laufe meiner Arbeit immer wieder bei anderen Frauen und Männern beobachtet: Verändert die Frau ihre Energie, ihre Haltung und die Beziehung zu sich selbst, verändert sich auch etwas im Mann und in der Dynamik zwischen beiden.

    Doch genau hier gibt es einen entscheidenden Unterschied.

    Wenn eine Frau all das nur tut, damit ER sich endlich verändert, dann ist ihre vermeintliche Veränderung am Ende wieder nur eine weitere Strategie, um ihn zu bekommen, zu halten oder zu einem bestimmten Verhalten zu bewegen.

    Ihr Fokus liegt dann immer noch bei ihm.

    Und genau das ist nicht die Bewegung, von der ich spreche.

    Ich spreche von einer Frau, die sich verändert, weil sie beginnt, sich selbst wieder zu erkennen. Weil sie ihrem eigenen Wert, ihrer Wahrheit und dem, was sie wirklich leben möchte, immer weniger ausweichen kann und will.

    Aus dieser Veränderung heraus verändert sich zwangsläufig auch das, was zwischen ihr und einem Mann möglich ist.

    Das gefällt vielen Frauen nicht. Schlichtweg deshalb, weil die meisten längst verlernt haben, was es bedeutet, die Urfrau zu verkörpern, die ganz selbstverständlich jene natürliche Sogkraft ausstrahlt, die den Raum dafür öffnet, dass auch ein Mann seine gebende Qualität immer freier leben kann.

    Was aber wäre, wenn du dir erlaubst, die Urfrau in dir wieder frei zu lassen und nach ihrem Prinzip zu leben?

    Das bedeutet vor allem, dass du aufhörst, deine gesamte Aufmerksamkeit darauf zu richten, was dein Gegenüber endlich tun, erkennen oder dir geben müsste und stattdessen beginnst, das zu sein und zu leben, was du dir in deinem Leben und deiner Beziehung wünschst.

    Das gilt für dich sowohl als Frau, die einen liierten Mann liebt, als auch dann, wenn du eine Frau bist, deren Partner dich betrogen hat oder sich einfach schon seit langer Zeit nicht mehr so verhält wie einst. Auch Frauen, die keinen Partner haben und immer nur Männer treffen, die irgendwie nicht so richtig das können, was sie sich wünschen, sollten hier genau hinhören.

    Stell dir einen Kelch vor, der bereit ist, gefüllt zu werden. Doch anstatt eine Einladung für die erwünschte Flüssigkeit zu sein, beschwert er sich die ganze Zeit darüber, dass er nicht oder nur mit abgestandenem Wasser gefüllt wird. Mal beschwert er sich laut und offensichtlich, mal still leidend.

    Der Kelch könnte so prächtig funkeln und glänzen und sich in seiner ganzen Schönheit zeigen, dass frisches, sprudelndes Wasser darin ganz selbstverständlich seinen Platz findet.

    Aber solange der Kelch seine gesamte Aufmerksamkeit auf die Flüssigkeit richtet und darauf, warum sie nicht so ist, wie er sie gerne hätte, vergisst er sich selbst. Sein Funkeln, seine Schönheit, seinen Wert und vor allem seine eigene Wahl darüber, welche Flüssigkeit überhaupt noch in ihm Platz haben darf.

    Denn der Kelch ist nicht dafür verantwortlich, aus abgestandenem Wasser frisches zu machen. Aber er trägt die Verantwortung dafür, womit er sich füllen lässt.

    Und genau hier wird es spannend.

    Denn wenn der Kelch beginnt, sich selbst wieder in seiner ganzen Schönheit zu erkennen, verändert sich auch seine Beziehung zu der Flüssigkeit, die bisher in ihm war. Vielleicht verändert sich ihre Qualität. Vielleicht entsteht plötzlich eine völlig neue Wechselwirkung. Und vielleicht stellt der Kelch fest, dass genau diese Flüssigkeit überhaupt nicht mehr zu ihm passt und er sie auch nicht länger in sich haben möchte.

    In jedem dieser Fälle hat sich die Realität verändert.

    Dieses Bild drückt für mich sehr treffend aus, was im unsichtbaren Feld von Anziehung und Verbundenheit zwischen Mann und Frau passiert.

    Will eine Frau also von einem Mann etwas haben - klar gewählt werden, sichere Nähe, liebevolle Zuneigung, leidenschaftliche Küsse, hingebungsvolle Massagen etc. - dann darf sie irgendwann aufhören, ausschließlich auf den Mann und das, was er gerade nicht gibt, zu schauen und sich stattdessen fragen, was sie selbst eigentlich für die Qualität von Beziehung verkörpert, die sie sich wünscht.

    Damit meine ich nicht primär ihr äußeres Erscheinungsbild, sondern vor allem ihre innere Einstellung. Ihr Signal, ihre Haltung, ihren Standard und das, was sie bereit ist zu empfangen.

    Attraktiv bedeutet wortwörtlich „anziehend".

    Wenn du also einen Mann willst, der dich immer wieder zurückstößt, nicht klar Ja zu dir sagt, dich warten lässt oder dich nicht so tief liebt, wie du es gerne hättest, dann heißt das nicht, dass mit dir etwas nicht stimmt.

    Aber es lohnt sich hinzuschauen, welche Beziehungsrealität du gerade noch mitträgst, worauf deine gesamte Aufmerksamkeit gerichtet ist und wofür du dadurch immer wieder empfänglich bleibst.

    Denn wenn du damit beginnst, deinen Kelch wieder leuchten zu lassen, mit seinen wunderschönen Verzierungen und seiner edlen Erscheinung, dann wird die Flüssigkeit, die dir aktuell als einzige Wahl erscheint, dort möglicherweise irgendwann gar nicht mehr hineinpassen. Du wirst sie dort nicht mehr haben wollen.

    Und genauso kann es sein, dass der Mann, der dir bisher auf eine bestimmte Weise begegnet ist, auf deine Veränderung reagiert. Dass er beginnt, dir anders zu begegnen, mehr zu geben, sich anders zu zeigen und Qualitäten in sich zu leben, die in eurer bisherigen Dynamik kaum oder gar keinen Raum hatten.

    Das ist etwas, das ich immer wieder beobachte.

    Doch der entscheidende Punkt ist: Du bringst deinen Kelch nicht zum Leuchten, damit die Flüssigkeit sich endlich verändert.

    Du bringst ihn zum Leuchten, weil du dich erinnerst, wer du bist.

    Und genau deshalb bist du auch nicht mehr davon abhängig, welche der möglichen Reaktionen eintritt.

    Vielleicht verändert sich der Mann mit dir. Vielleicht zeigt sich, dass er der Frau, die du heute bist, nicht mehr entspricht. Vielleicht endet eine Beziehung, von der du früher dachtest, du könntest ohne sie nicht leben.

    All das kann Teil derselben Bewegung sein.

    Denn deine Entwicklung gehörte niemals ihm.

    Sie gehörte immer dir.

    Das alles ist für mich keine Theorie. Es ist die folgerichtige Konsequenz meiner Wahrnehmung davon, wie das Urprinzip von Mann und Frau und die Wechselwirkung zwischen zwei Menschen funktionieren.

    Alles beginnt damit, dass eine Frau sich ihrer selbst bewusst wird. Dass sie beginnt, stetig danach zu streben, ihren Wert zu erkennen und ihrem Standard gemäß zu empfangen.

    Sie hört damit auf, ihr Gold durch ihren ständigen Fokus auf die Flüssigkeit zum Erblassen zu bringen und kümmert sich stattdessen wieder um ihren eigenen Kelch.

    Und dann darf sie staunen, welch eine Einladung sie für all das wird, was ihrer wahren Natur entspricht und wonach sie sich schon so lange gesehnt hat:

    Ein Mann, der sie ganz sieht und mit allem liebt, was sie ist. Ein Mann, der sich sogar von ihren Unzulänglichkeiten angezogen fühlt und es liebt, ihre Schatten zu küssen. Ein Mann, der ganz selbstverständlich danach strebt, sie zu erfüllen, sich um ihr Wohlbefinden zu kümmern und es liebt, sich in ihrem wärmenden Glanz zu sonnen.